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Fastenaktion
„Sieben Wochen ohne“
Im Jahr 2005 sind 34 Jugendliche im St. Annastiftskrankenhaus eingeliefert
worden nach exzessivem Alkoholkonsum – im vergangenen Jahr waren es
bereits 44. Sie waren zwischen zwölf und 17 Jahre alt, es waren ebenso
viele Jungen wie Mädchen. Unter Fachleuten gibt es keinen Zweifel: Das
ist nur die Spitze des Eisbergs, und der gesundheitsschädigende
Alkoholkonsum steigt weiter an.
Bei einer Fachtagung im Heinrich Pesch Haus trafen sich Fachleute aus
verschiedenen Professionen, um darüber zu beraten, wie man diesem Trend
entgegen wirken kann, und um Erfahrungen darüber auszutauschen, war
bereits erfolgreich umgesetzt wurde.
Die beiden Kirchen der Stadt, Stadtjugendring, Ökumenische
Fördergemeinschaft und die städtische Jugendförderung und
Erziehungsberatung setzen mit einer ersten gemeinsamen Aktion in
Ludwigshafen ein bewusstes Zeichen: mit der Aktion „Sieben Wochen ohne -
Klar im Kopf, friedlich miteinander“.
Ab Aschermittwoch kann jeder mitmachen, der sich verpflichtet, eine
bestimmte Zeitspanne ohne Alkohol auskommen zu wollen – es müssen nicht
die ganzen sieben Wochen der Fastenzeit sein, es kann eine Woche sein oder
sogar nur ein Tag. Oft machen sich Jugendliche einen Spaß daraus, sich
gegenseitig im Trinken zu überbieten, bis einer unter dem Tisch liegt.
„Diesen Wettbewerb kann man auch umdrehen“, sagte Dekan Dr. Gerd
Babelotzky vor der Presse. Man kann die Jugendlichen herausfordern und
fragen: „Schaffst du das überhaupt, eine bestimme Zeit ohne Alkohol
auszukommen?“
Ein weiterer Aspekt ist, dass unter Drogeneinfluss viel mehr
Aggressivität aufkommt; daher der Zusatz „klar im Kopf, friedlich
miteinander“. Die Organisatoren bieten ein breites begleitendes Angebot
für Jugendliche, um ihnen den Verzicht leichter zu machen.
Es wird in verschiedenen Jugendfreizeitstätten angeboten, und die
katholische und evangelische Jugend macht sich auch in diesem Jahr wieder
gemeinsam auf den Jugendkreuzweg, der am 27.3. um 18 Uhr bei
Lichtpunkt
startet. „In unseren Jugendgruppen haben wir keine Probleme mit
exzessivem Alkoholkonsum“, berichtet Dekan Babelotzky. Für ihn ist das
ein Zeichen dafür, dass das Thema weniger gravierend auftritt, wenn den
Jugendlichen attraktive Freizeitangebote gemacht werden, oder wenn sie
Ansprechpartner in ihrem Lebensumfeld haben.
Bewusst richtet sich die Aktion allerdings nicht nur an Jugendliche. So
gehen die beiden Dekane auch mit gutem Beispiel voran und haben sich
selbst verpflichtet, sieben Wochen auf Alkohol zu verzichten. Jeder kann
die Selbstverpflichtung für sich unterschreiben oder sogar noch einen
Schritt weiter gehen: Das Geld, das durch nicht konsumierten Wein, Bier
oder Cocktail eingespart wird, kann dem Verein FASworld e.V. gespendet
werden: Der Verein setzt sich für Kinder ein, die durch den Alkoholkonsum
ihrer Mütter während der Schwangerschaft geschädigt wurden.
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