Gemeinsam mit den Menschen unserer Stadt

Katholisches 
Stadtdekanat
 
Ludwigshafen am Rhein
HOME   Kirche Kontakt Impressum
               
                  

AKTUELL  >

Aus den sozialen

Einrichtungen


<  zurück

  

Ehrenamtliche reden mit Kindern über Sterben und Tod

Im Projekt „Hospiz macht Schule“ werden Ängste und Unsicherheiten abgebaut / Schulung von ehrenamtlichen Hospizbegleitern


Wenn ein Mensch stirbt, werden Kinder davon meist fern gehalten: Die Erwachsenen sprechen nicht mit ihnen, sei es aus eigener Trauer oder aus Angst, die Kinder zu überfordern; sie besuchen den sterbenden Menschen nicht, gehen nicht mit zur Beerdigung, haben keine Möglichkeit, ihre Fragen und Ängste auszudrücken.

Das ist eine Realität, mit der Aktive in der Hospizbewegung häufig konfrontiert werden. Diese Bewegung hat sich jedoch nicht nur zum Ziel gemacht, sterbenden und unheilbar kranken Menschen und ihren Angehörigen zur Seite zu stehen, sondern auch, das Thema Sterben, Tod und Trauer aus der Tabuzone heraus zu holen. Daraus ist das Projekt „Hospiz macht Schule“ entstanden, bei dem Grundschulkindern in einem geschützten Umfeld die Möglichkeit gegeben wird, all ihre Fragen zu stellen und sie so gut wie möglich beantwortet zu bekommen.

Beim Angebot „Hospiz macht Schule“ besuchen fünf Ehrenamtliche, die als Hospizbegleiter tätig sind, eine Grundschulklasse und gestalten dort eine Projektwoche. Mit unterschiedlichen Medien und Materialien erarbeiten sie folgende Themen: Werden und Vergehen, Krankheit und Leid, Sterben und Tod, Vom Traurig-Sein sowie Trost und Trösten. Die Projektwoche endet mit einem Fest, an dem gemeinsam mit den Eltern und den Lehrkräften die Ergebnisse und Erlebnisse der Woche präsentiert werden. Denn die Eltern werden von Anfang an einbezogen und informiert, um auch bei ihnen Ängste abzubauen.

In Ludwigshafen wurden jetzt bei einem Wochenendseminar 18 ehrenamtliche Hospizbegleiter für das Projekt geschult. „Hospizler haben die Standfestigkeit für solch ein Angebot“, wissen Tobias Pollmüller und Nina Hagedorn, die maßgeblich an der Ausarbeitung des Curriculums und an der Umsetzung von „Hospiz macht Schule“ beteiligt waren, aus Erfahrung. Die beiden Seminarleiter haben bereits mehrfach Projektwochen mitgemacht und sind für ihr Engagement und das Projekt mit dem Pulsuspreis 2008 ausgezeichnet worden.

In der Region ist eine erste Projektwoche bereits fest in Altrip geplant, in Ludwigshafen laufen Gespräche mit der Ernst-Reuter-Grundschule. Sonja Birkenmayer, Koordinatorin beim ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst in Ludwigshafen, ist überzeugt, dass die Nachfrage steigen wird, sobald in der Region die ersten Erfahrungen gemacht wurden: „“Das ist ein Geschenk für jede Schule“, betont Nina Hagedorn. Die Seminarteilnehmer sind begeistert davon, vor allem vom Präventionsgedanken, der hinter dem Projekt steht.

Dennoch gilt es im Vorfeld, Ängste abzubauen in den Schulen und bei den Eltern. Die fragen oft ängstlich, ob das Thema die Kinder nicht überfordert. Aber nach langen Erfahrungen und wissenschaftlicher Begleitung in bisher 14 Bundesländern können die beiden Referenten aus der Hospizbewegung beruhigen: Gerade in jungen Jahren ist es gut möglich, Kinder angstfrei das Thema Sterben und Tod zu vermitteln. „Hier haben sie endlich den Raum, all die Fragen zu stellen, die sie interessieren“, sagt Nina Hagedorn. Und durch die kleine Gruppengröße von vier bis fünf Kindern müssen auch keine Fragen vernachlässigt werden oder bleiben unbeantwortet. Endlich haben sie Gelegenheit, ihre eigenen Vorstellungen von Tod auszudrücken oder ihre Ängste bei Erwachsenen zu äußern.

Den  Ehrenamtlichen verlangt eine solche Projektwoche viel ab, nicht nur an Zeit für Vorbereitung und Durchführung. Viele von ihnen sind es nicht gewohnt, mit Kindern intensiv zu arbeiten. Daher werden sie in dem Seminar mit einer Fülle von Informationen versorgt, die Projektwochen sind konkret geplant, es gibt viele Materialien und Medien, mit denen gearbeitet werden kann. Es werden Rituale eingeführt, die Kinder malen, basteln, singen und schreiben und haben genügend Raum für Gedanken und Fragen. Das Ganze ist nicht nur schwer und melancholisch, sondern durchaus auch heiter: „Man darf auch lachen“, betont Tobias Pollmüller, „schließlich geht es um Gefühle, denen man freien Lauf lassen darf.“ (brid)

  

Hospiz macht Schule


 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
          Seitenanfang
 werei2008-1