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125 Jahre Krankenpflegeverein St. Gallus

1885 wurde der katholische Krankenpflegeverein Friesenheim, der heutige katholische Verein für Krankenpflege St. Gallus e. V., gegründet, und noch im August des gleichen Jahres begann die ambulante Krankenpflege mit zwei Schwestern der armen Franziskanerinnen. Dieses Jubiläum wurde am vergangenen Sonntag mit einem festlichen Gottesdienst gefeiert, der von den Kindern der beiden Kindergärten mitgestaltet wurde. Denn der Krankenpflegeverein ist auch Träger der beiden Kindertageseinrichtungen von St. Gallus.

Beeindruckend stellten die Kindergartenkinder im Gottesdienst die Geschichte des blinden Bartimäus und dessen Heilung durch Jesus dar und waren auch in der anschließenden Auslegung durch Pfarrer Babelotzky engagiert  dabei. Wie christliche Kranken- und Altenpflege heute geschieht, erfuhren die Kinder und Erwachsene in einem Interview mit der Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation, Frau Pfirrmann, und der Ordensschwester Christina vom Altenpflegeheim St. Franziskus. Der symbolische Brückenbau der Kinder beim Friedensgruß sollte das Aufeinanderzugehen und die Solidarität untereinander ansprechen. Leider ist das heute in einer säkularisierten Welt nicht mehr selbstverständlich, und viele Mitmenschen sind oft alleine und ohne Hoffnung.

Der stellvertretende Vorsitzende Alexander Zettl hat eine Chronik des Vereins erstellt: Bald nach der Gründung wurden weitere Schwestern engagiert und nahmen die Arbeit auf. So entstand eine Nähschule und bereits 1886 der erste Friesenheimer Kindergarten in der Spatenstrasse. Die sogenannten Mallersdorfer Schwestern, gegründet vom seliggesprochenen Pirmasenser Pfarrer Paul Josef Nardini, wirkten fast 100 Jahre in Friesenheim.  Allein Schwester Godeharda war über 50 Jahre als Krankenschwester im Schwesternhaus in der Spatenstrasse 17 aktiv. Viele Friesenheimer erinnern sich noch gut an Schwester Wunibalda, die von 1948 bis 1984 die Patienten versorgte. Ein Jahr vorher schied die letzte Kindergartenschwester Sr. Remberta aus. Somit ging die Ära der Ordensschwestern in Friesenheim zu Ende und weltliche Kräfte übernahmen die Dienste.

Um die ambulante Pflege im christlichen Sinne weiter zu führen, wurde 1975 die Ökumenische Sozialstation Nord gegründet. Gemeinsam mit den anderen Krankenpflegevereinen und den Pfarreien ist der Krankenpflegeverein St. Gallus auch heute noch Mitträger und Mitfinanzierer der Ökumenischen Sozialstation Ludwigshafen.

Und die  Aufgaben bleiben unverändert anspruchsvoll – nicht nur durch die Unterstützung für die Sozialstation, sondern auch durch die Trägerschaft für die beiden Kindergärten, die einen hohen  finanziellen Aufwand erfordern, berichtete Alexander  Zettl. Vor allem die baulichen Auflagen und der Brandschutz waren einige der Herausforderungen der letzten fünf Jahre, die den Verantwortlichen ein Mehr an ehrenamtlicher Tätigkeit kosteten, um die Finanzierung sicher zu stellen.

Allerdings wird es von Jahr zu Jahr schwieriger, Mitglieder zu halten oder gar neue zu gewinnen. Zurzeit zählt der Verein noch etwas über 300 Mitglieder. Deshalb wirbt der Verein mit einem Faltblatt unter anderem bei den Eltern der Kindergartenkinder.

Doch nach wie vor sind Krankenpflegevereine eine wichtige Säule in der Alten-, Kranken- und Familienpflege. Evangelische und katholische Krankenpflegevereine sind fördernde Mitglieder der Ökumenischen Sozialstation. Auch in Zeiten der Pflegeversicherung bleibt ihre Tätigkeit im Zeichen christlicher Solidarität mit kranken und alten Menschen notwendig und hilfreich. Mit den Beiträgen werden auch die besonderen Angebote der Sozialstation wie etwa Gesprächskreise für pflegende Angehörige unterstützt. Darüber hinaus können Mitglieder im Ernstfall selbst erhebliche Vorteile bei der Betreuung durch die Sozialstation erhalten.

Zum Jubiläum waren viele Gemeinde- und Vereinsmitglieder und Gäste gekommen. So konnten Pfarrer Babelotzky im Gottesdienst und Alexander Zettl beim Empfang den Friesenheimer Ortsvorsteher, Vertreter der Ökumenischen Sozialstation Ludwigshafen, des Altenpflegeheims St. Franziskus und der protestantischen und katholischen Krankenpflegevereine besonders begrüßen. In seinem Rückblick auf 125 Jahre Katholischen Krankenpflegeverein St. Gallus dankte Zettl all denen, die in diesen Jahren dafür Sorge getragen haben, dass der Verein seinen sozialen Auftrag erfüllen konnte. Für die Zukunft wünsche sich der Verein viele Neuzugänge, damit dieser Dienst für die Menschen weiter erfüllt werden könne.

Festliche Jubiläumsfeier


Kindergartenkinder vor dem Einzug zum Altar


Beim Gottesdienst: Kinder und Erzieherinnen     bauen Brücken von Mensch zu Mensch als Zeichen der Solidarität


Alexander Zettl begrüßt die Gäste und gibt einen Einblick die Geschichte des Vereins.


2. Vorsitzender des Jubiläumsverein Alexander Zettl (links) mit Ortsvorsteher Prof. Dr. Carlo Saxl (mitte) und der Geschäftsführerin der Ökumenischen Sozialstation Ludwigshafen Sabine Pfirmann (rechts).


Gäste der Ökumenischen Sozialstation  und Ludwigshafener Krankenpflegevereine

 
 
 
 
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   

Text: brid/gh - Fotos: Gerd Hilbert

           

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